Das Schulgebäude
15. Dezember 1959:
Zu einer kurzen Feierstunde hatten sich Pfarrer Große-Schanze, Bürgermeister Mittelmann, Amtsdirektor Arping, Vertreter der Schulpflegschaft und Lehrer und Kinder der Overbergschule eingefunden, um der Einsegnung der neuen Turnhalle beizuwohnen.
Bürgermeister Mittelmann gab der Hoffnung Ausdruck, dass die neuerbaute Turnhalle der Jugend von Rhede eine Stätte der Ertüchtigung und der Freude sein möge.
Er rief alle Benutzer der neuerbauten Halle auf, diese möglichst pfleglich zu behandeln, damit sie lange so schön erhalten bliebe.
Darauf segnete Pfarrer Große-Schanze das neue Gebäude ein. Er wies in einer kurzen Ansprache darauf hin, dass die Kirche ein Befürworter des Sportes sei und dieses durchaus bejahe, wenn er in der rechten Weise durchgeführt werde.
Umrahmt war die schlichte Feier von Liedern, die von Kindern unserer Schule vorgetragen wurden. Die Festgäste verbrachten anschließend noch eine gemütliche Stunde in der Gaststätte Paul Dücking
Vollendung des Ausbaus der Overbergschule
Am 30. Mai 1963 weihte Hochwürden Herr Pfarrer J. Große-Schanze weitere 4 Klassen der Overbergschule ein. Die Erweiterung war notwendig geworden, weil ab Ostern 5 Klassen eingerichtet, aber nur 4 Klassenräume zur Verfügung waren.
Durch diese Erweiterung hat die Overbergschule ihren endgültigen Ausbau erlangt.
Sie passt architektonisch gut in die Landschaft hinein.
Nachdem die neuen Räume gesegnet sind, haben sich die Ehrengäste mit dem Lehrerkollegium und den Schulkindern in einem der neuen Klassenräume zu einer schlichten Feierstunde versammelt.
Bürgermeister Mittelmann und Schulrat Hicking bringen herzliche Grüße und übergeben mit treffenden Worten den neuen Gebäudeteil seiner Bestimmung.
Die Schulkinder umrahmen die schlichte Feierstunde mit Liedern, Gedichten und Flötenspiel.
Zum Schluss dankte Hauptlehrer Platzköster der Gemeinde Rhede für die Erstellung dieser schönen Schule und versprach im Namen des Lehrerkollegiums und der Kinder, alles daransetzen zu wollen, das Schulgebäude in bestem Zustand zu erhalten.
Im Anschluss an die Feier versammelten sich die Lehrpersonen mit den Ehrengästen im Hotel Rößing zu einem Frühstück, zu dem die Gemeinde eingeladen hatte.
Im Sommer 1966 wird auf der Empore der Turnhalle ein behelfsmäßiger Bastel- und Werkraum eingerichtet. Damit ist ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen.
(Anmerkung Hr. Klein-Reesink: Dieser Raum musste vor 4 Jahren aus brandschutztechnischen Gründen geschlossen werden.)
Mit der Einführung der Schulreform wird zum 01.08.1970 die Overbergschule katholische Grundschule für den nördlichen Teil der Gemeinde Rhede mit dem Ortsteil Vardingholt.
Mit Beginn des Schuljahres 1970/71 erhalten die Rheder Schulen Schulsekretärinnen.
Als erste nimmt Frau Kobensen diese Stelle an. Nach einjähriger Tätigkeit scheidet sie nach der Geburt des 2. Kindes aus.
Ihr folgt Frau Eckers, die wiederum nach einjähriger Tätigkeit wegen zu erwartender Mutterschaft ausscheidet.
Ihre Stelle wird nun von Frau Veronika Seggewiß übernommen.
(Anmerkung Hr. Klein-Reesink: Diese hat die Stelle bis zu ihrer Pensionierung zum Schuljahresende 2006/07 inne und wird dann von der ganzen Schulgemeinde feierlich verabschiedet. Ihre Nachfolgerin ist Frau Monika Ebbers.)
Ende Januar 1975 wird der Erweiterungsbau der Overbergschule (3. Bauabschnitt) mit 6 Klassenräumen, dem Lehrerzimmer, Schulleiter- und Stellvertreterzimmer in Angriff genommen.
Die Einrichtung der Schule
Das gesamte Inventar musste beschafft werden. Die vier Klassenräume und der Mehrzweckraum wurden mit modernen Schulmöbeln der Firma Flötotto, Friedrichsdorf, ausgestattet. Für die vier Jahrgänge der Grundschule wurden rechteckige Tische mit Kufenstühlen gewählt. Die vier oberen Jahrgänge erhielten trapezförmige Tische mit Drehstühlen.
Jede Klasse hat eine Waschgelegenheit und einen eingebauten Wandschrank. Ebenso können die Wandschränke im Mehrzweckraum und im Lehrmittelraum reichlich Geräte und Anschauungsmittel aufnehmen.
Die Schule erhielt ein Rundfunkgerät, so dass in allen Klassen der Schulfunk gehört werden kann.
Eine elektrische Uhr kündigt durch den Gong und das Läutewerk auf dem Pausenplatz Beginn und Ende des Unterrichtes und der Pausen an.
Zwei Nähmaschinen wurden von der Ludgerusschule übergeben.
Eine Klasse und der Mehrzweckraum erhielten Verdunkelungen zu Filmvorführungen.
Die Ausstattung mit Möbeln für das Lehrer- und Schulleiterzimmer erfolgte durch die beiden hiesigen Möbelhändler.
Die Firma Hünting lieferte : 1 Schreibtisch, 2 Schrankteile, 1 Schreibtischsessel, 8 Stühle, 1 Clubtisch, 1 Hutablage.
Die Firma Wilhelm Wilting lieferte : 1 Schrank mit Schubkästen, 1 Schrank mit Türen, 3 Schränke mit Glasschiebetüren, 3 Aufsatzschränke, 1 Couchtisch, 2 Stühle mit Polster, 1 großen Tisch und einen Papierkorb.
Der Bildschmuck wurde bei der Firma Bernhard Rademacher in Rhede gekauft.
Im Februar 1964 erhielt die Overbergschule in der Eingangshalle ein bedeutendes Kunstwerk. Der Künstler Heribert Reul aus Kevelaer hat in einem vierteiligen Glasmosaikbild den Patron der Schule, Bernhard Overberg, seine Wirkungsstätte, die Stadt Münster mit Dom und Rathaus, die Gemeinde Rhede, den Schulort mit der St. Gudula-Kirche, der Overbergschule und dem Gemeindewappen und – weil Overberg ein großer Naturliebhaber war – wichtige Teile der Natur mit großem Können dargestellt.
Die Kosten des Kunstwerkes – 5.000 DM – wurden vom Kreis Borken aus den Überschüssen der Kreissparkasse getragen.
Herr Pastor Große Schanze, der die erste Anregung zu diesem Bildwerk gegeben hatte, weihte es am 14. März 1964 feierlich ein.
Mit dem 1. Dezember 1965 ist der Hausmeister Bernhard Frericks auf eigenen Wunsch aus dem Dienst ausgeschieden.
Gleichzeitig hat Herr Heinrich Spee aus Rhede diese Stelle angetreten.
Schulbezirk und Kinderzahlen
In der Schulausschussssitzung vom 27. Januar 1958, an der auch Herr Schulrat Lüling aus Bocholt als Fachberater teilnahm, kam man zu dem Vorschlag, den Unterricht an der neuen Overbergschule zu Ostern 1958 mit vier Klassen aufzunehmen.
Die Grenze zwischen den Schulbezirken der Gudulaschule und der Overbergschule verläuft wie folgt:
Die Grenze verläuft vom Westen her mit dem Bahnkörper, der nördlichen Umgehungsstraße bis vor Gut Büssing, weiter mit dem Weg durch Pastorsbusch, mit der Gudulastraße, südlich von der Kirchstraße, vom Burgplatz und Gudulakloster und weiter mit dem Hoxfelder Weg.
Zu Ostern 1958 gibt die Ludgerusschule Kinder für zwei Klassen an die Gudulaschule, die Gudulaschule vier Klassen an die Overbergschule ab.
|
Übersicht über Klassen und Jahrgänge am 15. Mai 1958
| Klasse |
1 |
2 |
3 |
4 |
Summe |
| Jahrgang |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
|
| Knaben |
13 |
12 |
14 |
10 |
11 |
9 |
2 |
3 |
74 |
| Mädchen |
11 |
18 |
13 |
12 |
9 |
9 |
9 |
8 |
89 |
| Gesamtzahl |
24 |
30 |
27 |
22 |
20 |
18 |
11 |
11 |
163 |
Übersicht über Klassen und Jahrgänge am 15. Mai 1959
| Klasse |
1 |
2 |
3 |
4 |
Summe |
| Jahrgang |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
|
| Knaben |
11 |
9 |
14 |
12 |
9 |
11 |
10 |
2 |
78 |
| Mädchen |
14 |
10 |
13 |
14 |
10 |
8 |
10 |
9 |
88 |
| Gesamtzahl |
25 |
19 |
27 |
26 |
19 |
19 |
20 |
11 |
166 |
Änderung des Schulbezirks
Durch Beschluss der Gemeindevertretung vom 03.11.1961 wird der Schulbezirk der Overbergschule wie folgt festgelegt :
Der Schulbezirk umfasst den nördlichen Gebietsteil der Gemeinde Rhede. Seine Grenze verläuft ab Gemeindegrenze Vardingholt zwischen Vardingholter Straße und Marienstraße sowie zwischen Nordstraße und Cäcilienstraße in südlicher Richtung, dann verläuft sie in östlicher Richtung mit der Achse Gudulastraße, Kirchstraße, Burgplatz und Hoxfelder Weg bis zur Gemeindegrenze.
Der Bezirk ist im Vergleich zu früher verkleinert. Während wir zu Ostern 1961 32 Schulanfänger hatten, sind es zu Ostern 1962 nur noch 19. Allerdings sollen im Laufe des Jahres 27 Zuzüge erfolgen, sodass mit einem Anstieg der Kinderzahl auf 205 zu rechnen ist.
Ostern 1963 besuchten 211 Kinder die Overbergschule. Damit war der Zeitpunkt erreicht, 6 Klassen einzurichten. Da aber nur 5 Lehrpersonen zur Verfügung stehen, wird der 2. Jahrgang durchgezogen.
(35,1 Kinder/Klasse)
Die Klassen werden von folgenden Lehrpersonen geführt :
- 1. Jahrgang:
- Lehrer Enting
- 2. Jahrgang :
- Lehrer Enting
- 3. Jahrgang :
- Lehrerin Markmann
- 4. Jahrgang :
- Lehrerin Janowitz
- 5./6. Jhg. :
- Lehrerin Richartz
- 7./8. Jhg. :
- Hauptlehrer Platzköster
Ostern 1964 besuchen 210 Kinder unsere Schule. 24 sind entlassen worden, 11 zu den weiterführenden Schulen gegangen, davon 9 zur neu eingerichteten Realschule in Rhede. 35 Kinder wurden eingeschult.
(35 Kinder/Klasse)
Klassenverteilung
- 1. Jahrgang :
- Lehrer Enting
- 2. Jahrgang :
- Lehrerin Richartz
- 3. Jahrgang :
- Lehrerin Janowitz
- 4. Jahrgang :
- Lehrerin Markmann
- 5./6. Jhg. :
- Lehrerin Kruse
- 7./8. Jhg. :
- Hauptlehrer Platzköster
Ostern 1965 zählte die Overbergschule 209 Kinder. 20 Kinder waren entlassen worden und 34 Kinder wurden eingeschult. Zu den weiterführenden Schulen wurden 11 Kinder – 6 Jungen, 5 Mädchen – überwiesen.
Ostern 1966 begann das 1. Kurzschuljahr, das vom 1. April bis 30. November 1966 dauerte. Damit wurde die Reform der Volksschul-Oberstufe eingeleitet.
Die Overbergschule wurde neben der Gudula- und Ludgerusschule in Rhede zur Mittelpunktschule erklärt.
Damit wurde der Anfang der Reform des ländlichen Schullebens gemacht. Während wir 10 Mädchen des 7. Jahrganges an die Gudulaschule abgaben, schickte diese uns 12 Jungen desselben Jahrganges, sodass wir einen reinen 7. Jahrgang einrichten konnten (Jungenklasse).
Zur gleichen Zeit überwies uns die Marienschule in Krommert 6 Mädchen, die Piusschule in Krechting 4 Mädchen, die Norbertschule in Vardingholt 5 Mädchen und 2 Knaben des 8. Jahrganges, sodass wir einen gemischten 8. Jahrgang bilden konnten, der aus 7 Knaben und 25 Mädchen bestand.
Ostern 1966 zählte die Overbergschule 269 Kinder. 5 Jungen und 7 Mädchen hatten wir entlassen, 2 Jungen und 3 Mädchen zu weiterführenden Schulen geschickt und 45 Lernanfänger in die Schule aufgenommen. Damit war die Overbergschule 7-klassig geworden.
(38,4 Kinder/Klasse)
Die Eltern der Marienschule in Vardingholt-Kirche lehnten es vorerst ab, ihre Kinder des 7. u. 8. Jahrganges zu den Mittelpunktschulen zu schicken.
Am 1. Dezember 1966 begann das 2. Kurzschuljahr. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Overbergschule 305 Kinder. 3 Kinder waren entlassen worden, weil sie ab Ostern 1966 ein freiwilliges 9. Schuljahr mitmachten.
Im Juni 1966 ist ein neues Schulpflichtgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen erlassen worden. Es sieht ein 9. Schuljahr vor, das mit dem 2. Kurzschuljahr am 01.12.1966 begann. Neu ist auch, dass die Zeit der Zurückstellung nicht mehr auf die Dauer der Schulpflicht angerechnet wird.
Zu den weiterführenden Schulen haben wir 10 Kinder (4 Jungen – 6 Mädchen) geschickt. 43 Kinder wurden neu eingeschult.
Im Rahmen der Hauptschule schickten wir 15 Mädchen des 7. Schuljahres zur Gudulaschule, die uns ihrerseits 13 Jungen desselben Jahrganges überwiesen hatte. Von der Norbertschule in Vardingholt-Spoler übernahmen wir 4 Jungen.
Die Eltern der Marienschule Vardingholt weigern sich auch weiterhin, die Kinder des 9. Jahrganges nach Rhede zu schicken. Darum wurden sie am 02.12.1966 vom Schulamt des Kreises Borken amtlich der Overbergschule in Rhede überwiesen; es sind das 2 Knaben und 3 Mädchen.
Die Eltern der Marienschule Vardingholt haben gegen die Verfügung des Schulamtes beim Verwaltungsgericht Klage erhoben. Es kommt zu einem Vergleich, in welchem das Schulamt die Zuweisung an die Overbergschule aufhebt, weil eine zwangsweise Einschulung ... wegen des baldigen Entlassungstermins für die Kinder nicht förderlich erscheint. (28.04.67)
Am 15. Juli 1967 werden aus dem 9. Schuljahr 6 Jungen und 23 Mädchen entlassen. Alle erhielten das Schulabschlusszeugnis. Mit dem Schulabgangszeugnis werden 7 Knaben aus dem 8. Schuljahr und 2 Knaben aus dem 7. Schuljahr entlassen.
Das Schuljahr schließt zum ersten Mal am 31. Juli 1967. Die Sommerferien beginnen am 27.7. und dauern bis zum 6.9.67.
Zum 01.08.1967 verlassen 9 Kinder die Overbergschule, um weiterführende Schulen zu besuchen. 4 Kinder gehen zur Realschule Rhede, 3 zur Marienschule, einem städtischen Gymnasium in Bocholt, 1 Kind geht zum Georgsgymnasium und 1 Kind zum Kapu. 7 Kinder kommen aus dem 4. Schuljahr und 2 Kinder aus dem 5. Jahrgang.
Hubert Platzköster
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